Edmund Bojanowski naht!

Entgegen meiner Gewohnheit geht es diesmal nicht um das Mittelalter, sondern um das 19. Jahrhundert – um einen seliggesprochenen Polen.

Dienstag, 6. November 2018
19.30-20.30 Uhr
Edmund Bojanowski – Laie und Ordensgründer
Arche Potsdam
Am Bassin 2
14467 Potsdam (schräg gegenüber von St. Peter und Paul)

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Kirchengeschichte und Tagesgeschehen

Die Koalitionsverhandlungen ziehen sich hin, und mir fällt ein Absatz aus meinem Vortrag über Thomas von Aquin ein.

Nach zwei Jahren der Sedisvakanz schlägt Bonaventura (jener Bonaven­tura, der gleichzeitig mit Thomas Magister wurde) vor, den Papstpalast abzuschlie­ßen, das Dach abzudecken und die Herren Kardinäle auf eine Wasser-und-Brot-Diät zu setzen. Aber einerseits ist der Palast auch ohne Dach noch weit angenehmer als die Ruine bei dem mörderischen Conclave vor neun­undzwanzig Jahren, andererseits sind die Kardinäle zäher als Bonaventura ahnt. Außerdem erwirken sie eine Lockerung der Ausgangssperre. Erst zehn Monate später wird der Archidiakon von Lüt­tich, Teobaldo Visconti, in Ab­wesenheit zum Papst gewählt – ein from­mer und fähiger Mann mit dem einzi­gen Makel, daß er die Priesterweihe noch nicht empfangen hat. Das läßt sich beheben. Eine Woche nach der Weihe wird er als Gregor X inthronisiert. Zu seinen ersten Beschlüssen gehört die Regelung, daß Papstwahlen von nun an immer im Conclave stattfinden müssen (wenn auch unter angenehmeren Um­ständen als da­mals). Nie wieder soll eine Sedisvakanz derart lange dauern.

Weltliche Regierungen tun gut daran, sich an der Kirche ein Beispiel zu nehmen. Vielleicht klappts dann auch mit den Koalitionsverhandlungen.